INHALTSVERZEICHNIS von dem Buch "Die Kraft zu heilen"
INHALTSVERZEICHNIS von dem Buch

 "Die Kraft zu heilen"

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Impressum

 

Geleitwort des Übersetzers .. ............... 7

Vorwort .. .. .. .. .. ...... 13

 

ERSTER TEIL

1. Geschieht Heilung wirklich? .............. 21

2. Vorurteile gegen Heilung ................ 30

3. Der Kern der Frohbotschaft: Jesus rettet ...... 35

4. Heiligsein heißt heil sein ................ 42

5. Nimm Dein Kreuz .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 51

6. Wunder — ein Beweis? ................ 58

7. Gott ist Liebe .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 62

ZWEITER TEIL

8. Der Glaube, geheilt zu werden .. . .. .. 71

9. Geheimnis des Glaubens .. .. ...... 82

10. Das Größte aber ist die Liebe .. .. .. .... .. .. 92

DRITTER TEIL

11. Die vier Grundarten der Gebetsheilung .. .. .. .. 101

12. Vergebung der Sünden .. .. .. .... .. .. .. 106

13. Heilung seelischer Probleme .. .. .... .. .. .. 113

14. Gebet um körperliche Heilung .. .. .. .. .. .. 125

15. Befreiung von Dämonen .. .. .. .. .. .. .. .. 136

16. Eine Fall-Studie .. .. .. .... .. .. .. .. .. 155

VIERTER TEIL

17. Erkenntnis des Grundübels .. .. .. .. .. .. .. 163

18. Gründe, aus denen Menschen nicht geheilt werden .. 167

19. Medizin und Heilung .. .. .. .. .. .. .. .. .. 178

20. Sakrament und Heilung .. .. .. .. .. .. .. .. 187

21. Oft gestellte Fragen .. .. .. .. .. .. .. .. .. 208

Anhang. — Heilung und Inkarnation. Von Tommy Tyson

 

GELEITWORT DES ÜBERSETZERS

Jesus Christus ist nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern sie zu retten. Er wollte nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe. Er kam nicht um der Gesunden willen, sondern um die Kranken zu heilen.

Das vorliegende Buch schildert kein Heiligenleben, sondern das Erleben eines Geheilten. Der Dominikanerpater und Theologie-Professor Francis MacNutt entwirft keine Systematik der Heilungsgnade, sondern er berichtet von seiner Begegnung mit Jesus Christus, der ihn ausziehen ließ, für die Kranken zu beten.

Das Heil zu verkünden und dadurch andere zu heilen macht den Autor weder zu einem Heiligen noch zu einem „Heiler". Sich selbst bezeichnet er als Durchschnitts-Christen. Mit zahllosen Christen aller Zeiten will er nichts anderes, als den Sendungs-Auftrag anzunehmen und ernst zu nehmen, „die Frohe Botschaft zu verkünden und Kranke zu heilen" (Lk 9,6).

Sein Bericht wendet sich darum nicht nur an die Fachwelt:

Theologen, Mediziner, Psychiater und Psychologen. Zuerst und zunächst schreibt MacNutt für Laien, ihnen das Erfahrene mitzuteilen, durch das eigene Zeugnis andere zu ermutigen, selbst auszuziehen, im Namen Jesu „das Reich Gottes zu verkünden und die Kranken gesund zu machen" (Lk 9,2).

Dadurch aber wird die erneuerte Glaubens-Erfahrung des Fachtheologen alter Schule gleichzeitig zur praktischen Überwindung allzu ausschließlich vom wissenschaftlichen Positivismus geprägten Denkens. Theologie, Psychiatrie, Medizin und Psychologie wissen sich heute gleichermaßen in der Sackgasse, sofern sie noch immer Wissenschaftstheorien und den ihnen zugrunde liegenden Weltanschauungen des vergangenen Jahrhunderts verpflichtet sind. Aus seiner Erfahrung weist

MacNutt Wege zu einem Zusammenwirken von Theologie und Psychologie, Seelsorge und ärztlicher Kunst. Dabei handelt es sich nicht um eine theoretisch erdachte Synthese, sondern um ein als Geschenk erfahrenes Miteinander, das freilich nachträglich kritischer Reflektion bedarf.

Der ehemalige Medizin-Student MacNutt ist Harvard-Absolvent und Doktor der Theologie; er war Professor für Homiletik am „Aquinas Institute of Theology" und Vorsitzender der Christlichen Prediger-Konferenz Amerikas, bevor er im Kontakt mit nichtkatholischen Christen das Gebet für ^ die Kranken entdeckte. Diese Erfahrung ließ ihn auf seine , erfolgreich begonnene wissenschaftliche Karriere verzichten, A um sich in der Nachfolge Jesu ausschließlich den Ärmsten und Geringsten zuzuwenden, den an Leib, Seele und Geist Leidenden.

Von der Disziplin theologischen Denkens, mehr noch aber vom Mit-Leiden in der Nachfolge Jesu ist dies Buch geprägt. Gleichzeitig zeigt es neue Möglichkeiten praktischer Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, ja sogar neue Wege wissenschaftlichen Denkens überhaupt; nämlich aus dem Erleben des Alltäglichen und dennoch Außergewöhnlichen. Es verzichtet bewusst auf systematische Perfektion und hat den Mut zum Vorläufigen. Es will nicht mehr und nicht weniger sein als Aufforderung zum Dialog; zum Dialog aber vor allem mit Gott, seine heilende Gnade über die Kranken herabzurufen — sei es nun durch den Arzt, den Therapeuten, den Seelsorger oder einfach den Betenden. Nirgendwo erhebt der Autor den Anspruch, Heilung könne ausschließlich durch blind vertrauendes Gebet geschehen und nicht gleichzeitig und gleichberechtigt durch menschliches Wissen und Können als Gaben des einen Schöpfers!

Die fundierte, aber direkte Art dieses Buches, die Aussagen Jesu beim Wort zu nehmen, mag besonders bei Bibelwissenschaftlern, aber nicht nur bei ihnen, Anstoß erregen. Manches wird ihnen bedenklich, einiges ungesichert erscheinen. Aber verbirgt sich, so sollten sich die Kritiker fragen, hinter dem Vorwurf freikirchlichen Fundamentalismus, mit dem man MacNutt und andere engagierte Autoren als ebenso unkatholisch wie unwissenschaftlich abtun möchte, nicht allzu oft und

allzu leicht die Angst vor dem eigenen Engagement, vor der persönlichen Begegnung mit Jesus Christus als dem Herrn, vor der Übergabe des eigenen Lebens in Seine Hand, vor dem unbedingten Vertrauen auf Sein heilendes Erbarmen?

Gewiss, als katholischer Priester und Theologe hat MacNutt sich von Christen anderer Konfessionen zurückschenken lassen müssen, was von der katholischen Tradition schon immer und überall für wahr gehalten, aber nicht immer und überall gelebt wurde. Mit Hilfe anderer hat er die Wahrheiten des Glaubens für sein eigenes Leben neu entdecken dürfen. Mit der Freude des Neubeschenkten hat er von neuem mit der Frohbotschaft Ernst machen gelernt. Dieses Einbezogen-Werden in das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi, das totale Ergriffen-Werden von Mitleiden an der Schöpfung, und schließlich das Ausgesandt-Werden, die Frohbotschaft zu verkünden und die Kranken zu heilen, ist in der Tradition der katholischen Kirche weder so fremd noch so neu, wie es manchem von uns heute erscheinen mag.

Nicht nur die Evangelien und die Apostelgeschichte berichten wiederholt von Handauflegung und Krankenheilung durch Jesus und die Jünger; auch bei den Kirchenvätern, den Heiligen und den Ordensleuten, aber auch den Laien hat Gebetsheilung immer eine Rolle gespielt, die oft als sichtbares Zeichen der offenbarten Gnade zu einem zentralen Glaubenserlebnis wurde. So bekennt etwa der heilige Augustinus in seinen „Retractationes" kurz vor seinem Tod freimütig den Irrtum frühreifer Gelehrsamkeit, Wunderheilungen wären ein Charisma für die Urkirche gewesen, mit denen die erstarkte Kirche nicht mehr zu rechnen brauche, weil sie ihrer nicht mehr bedürfe: Seine Praxis als Seelsorger und Bischof von Hippo hatte ihn eines Besseren belehrt.

Im 18. und 19. Jahrhundert finden wir als mit der Heilungsgabe Begnadete in Frankreich den heiligen Pfarrer von Ars, in der Schweiz den Familienvater Niklaus Wolf von Rippert-Schwand, in Österreich den katholischen Pfarrer Johann Josef Gassner und in Deutschland den evangelischen Pfarrer Johann Christoph Blumhardt. Ohne die Gebetsformen und Seelsorgemethoden dieser Männer gekannt zu haben, kommt in unserem Jahrhundert Pater MacNutt in den USA, also in einem

durch Zeit und Raum, Kultur und Zivilisation gänzlich verschiedenen Kontext, zu bis ins Detail übereinstimmenden Erfahrungen. Schon wegen dieser Kontinuität mit Leben und Lehre der Kirche wird man sein Zeugnis nicht gut als amerikanische „Import-Ware" abtun können, die den traditionsbewussten Christen Europas zu nichts anderem zu bewegen vermag als zu einem milden Lächeln oder einem entrüsteten Kopfschütteln. Bei der Mitteilung seiner Erfahrungen geht es MacNutt tatsächlich um alles andere als um die Sensation des Neuen. Er möchte heute Vergessenes und Verdrängtes, aber in der Schrift und in der Tradition Lebendiges, neu zugänglich machen. Nicht an der Neuerung um ihrer selbst willen liegt ihm, wohl aber an einer Neu-Akzentuierung; an der Aktualisierung von längst Bestehendem.

In der Tat wäre nichts verhängnisvoller, und das weiß MacNutt aus der Erfahrung mit Hunderten von Kranken, als eilfertiges Heischen nach Sensation. Gerade auf dem Gebiet der Krankenheilung ist sorgfältigste Differenzierung und Verifizierung unerlässlich: Von der leichten Besserung bis zur spontanen Wunderheilung sind alle 'Nuancen der Gnadenwirkung möglich. Nicht ohne Grund legt die Kirche darum bei der Anerkennung von Glaubensheilungen in Lourdes und anderswo strengere Maßstäbe an als alle Ärztegremien. Dem Beispiel der Kirche folgend, sollten dem Seelsorger und dem um Heilung Betenden die Zusammenarbeit mit dem Arzt, dem Therapeuten und dem Psychologen nicht als lästige oder gar bedrohliche Konkurrenz vorkommen, sondern als willkommene und unerlässliche Ergänzung.

Gerade die Heilung weit zurückliegender psychischer Störungen oder die Befreiung von Dämonen bedarf zusätzlich zum Gebet oft langwieriger und deshalb geduldiger Nachbehandlung, um zu einer Wiederherstellung des ganzen Menschen an Leib, Seele und Geist zu führen. Von Suggestion und Magie, Hypnose, Magnetismus und Okkultismus kann daher nicht scharf genug unterschieden werden.

Bei aller Treue zur Heiligen Schrift und kirchlichen Lehre wird manches an diesem Buch nicht nur neuartig, sondern auch fremdartig anmuten. Das sollte weder von der Lektüre abhalten noch davon, im Namen Jesu für die Kranken zubeten. Der Leser sollte sich vielmehr in Frage stellen lassen, ob er das Evangelium bisher nicht allzu einseitig gelesen hat, ob er am Auftrag Jesu, zu lehren und zu heilen, nicht allzu geflissentlich vorbeigelebt hat, ob die allzu vertraute These

Wir brauchen keine Wunder mehr, wir haben ja den Glauben" nicht allzu fadenscheinig die Mutlosigkeit verbirgt, tatsächlich zu glauben, Gott könne und wolle durch mein Gebet Menschen heilen, gleichzeitig aber auch die Angst, Gott wolle durch mein Gebet einen Kranken vielleicht nicht auf der Stelle heilen, sondern erst in einem langsamen Prozess, der mehr Mitleiden durch Mitleben erfordert.

Solche Bedenken vor dem Einsatz unseres Glaubens und unseres Lebens, vor dem entschiedenen Kampf gegen die Macht des Bösen, von dem alles Un-Heil kommt, alle Krankheit an Leib, Seele und Geist, sind durchaus nichts Neues. Die gläubige Überwindung von Zweifeln und Hemmungen gehört von eh und je zum Alltag des Christen, genauso wie das vertrauende Gebet um die Heilung der Kranken.

Michael Marsch 0. P.